Tresoldi hält Italien und den DFB weiter in der Schwebe
Nicolò Tresoldi hat mit seinem Dreierpack gegen Inter Mailand neue Bewegung in die Debatte um seine Zukunft gebracht. Der Stürmer lässt Deutschland und Italien weiter hoffen und blickt zugleich auf seinen Milan-Traum.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wettbewerb: Champions League
- Ergebnis: 4:3
Nicolò Tresoldi bleibt einer der spannendsten Namen im europäischen Fußball – und seine Zukunft ist weiter offen. Mit drei Toren beim 4:3-Auswärtssieg von Club Brügge bei Inter Mailand hat der 22-Jährige nicht nur in der Champions League Schlagzeilen geschrieben, sondern auch die Diskussion um seine Nationalmannschafts-Entscheidung neu angeheizt. Deutschland und Italien dürfen also vorerst weiter hoffen.
Ein Auftritt, der Druck macht
Der Dreierpack im San Siro war mehr als nur ein starker Abend für Brügge. Tresoldi wurde damit zum jüngsten deutschen Dreierpacker in der Champions League und verdrängte Karim Adeyemi aus dieser Statistik. Dass ein solcher Auftritt ausgerechnet gegen Inter gelingt, gibt der Debatte um seine internationale Zukunft noch einmal zusätzliches Gewicht.
Gleichzeitig bleibt die Lage eindeutig offen: Tresoldi will sich bei der Frage zwischen Deutschland und Italien erst nach der U21-EM 2027 festlegen. Bis dahin spielt er weiter für die deutsche U21 und hält damit beide Seiten im Rennen. Auch Gespräche mit Jürgen Klopp und Roberto Mancini haben ihn nach eigener Darstellung nicht zu einer schnellen Entscheidung gedrängt.
Warum Italien besonders genau hinschaut
In Italien sorgt nicht nur seine Leistung gegen Inter für Aufmerksamkeit. Der Angreifer ist auf Sardinien geboren, mit 13 Jahren nach Deutschland gezogen und seit 2022 Teil der DFB-Nachwuchsteams. Damit ist die sportliche wie auch die emotionale Bindung zu beiden Ländern eng genug, um den Poker offen zu halten.
Zusätzlichen Zündstoff liefert sein persönlicher Bezug zur AC Mailand. Tresoldis Vater Emanuele sagte, sein Sohn sei seit Kindheitstagen Milan-Anhänger; er habe früher für Kaka, Filippo Inzaghi und Alexandre Pato geschwärmt und träume noch immer davon, eines Tages das Trikot der Rossoneri zu tragen. Ausgerechnet im San Siro hat der Offensivspieler diesen Bezug nun mit einem großen Abend unterfüttert.
Deutschland bleibt im Rennen
Auch aus deutscher Sicht ist die Lage keineswegs verloren. Tresoldi trägt weiter das Trikot der U21 und wird dort als wichtiger Faktor gesehen. DFB-Trainer Antonio Di Salvo betonte zuletzt, dass der Angreifer sich nicht gegen Deutschland entschieden habe, sondern bewusst für die U21 und für seinen Weg.
Für die kommenden Monate heißt das vor allem: keine endgültige Antwort, aber jede Menge Beobachtung. Tresoldi hat mit seinem Auftritt gegen Inter gezeigt, dass er sportlich bereit für die große Bühne ist. Wer ihn am Ende international für sich gewinnt, bleibt vorerst die spannendere Frage als jede schnelle Transfermeldung.
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