Rapps Rückkehr nach Kiel bringt St. Pauli gleich früh unter Strom

Am zweiten Spieltag wartet für den FC St. Pauli direkt ein Nordduell mit Geschichte: Marcel Rapp kehrt mit den Kiezkickern nach Kiel zurück. Für den Trainer ist es ein Wiedersehen mit seinem früheren Klub – und ein erster Härtetest für den Neustart am Millerntor.

15.08.20264 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wettbewerb: Bundesliga
  • Ergebnis: 18:30

Der FC St. Pauli bekommt in der jungen Zweitliga-Saison früh eine Partie mit besonderem Klang. Am Freitagabend, dem 14. August 2026, tritt der Kiezclub bei Holstein Kiel an. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Nordduell, sondern auch Marcel Rapp, der nach seiner Zeit bei den „Störchen“ nun mit St. Pauli an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrt.

Für Fans ist genau das der Stoff, aus dem solche Abende leben: vertraute Wege, neue Farben, ein Gegner mit kurzer Anreise und viel Gesprächsstoff auf den Rängen. Sportlich ist die Partie zudem ein früher Gradmesser dafür, wie weit St. Pauli nach dem Abstieg aus der Bundesliga schon ist. Die Liga ist wieder die alte, doch die Rolle des Clubs hat sich verändert.

Ein Wiedersehen mit Vorgeschichte

Rapp kommt nicht als Unbekannter nach Kiel. Er war dort von Oktober 2021 bis Februar 2026 Trainer und führte Holstein 2024 erstmals in die Bundesliga. Nach dem direkten Wiederabstieg und einer schwachen Phase in der laufenden Saison endete seine Zeit an der Förde im Februar. Seit Anfang Juni steht er bei St. Pauli an der Seitenlinie.

Genau diese Vorgeschichte macht das Spiel besonders. Für den Trainer ist es ein Wiedersehen mit einem Verein, bei dem er in viereinhalb Jahren prägende Spuren hinterlassen hat. Für den neuen Arbeitgeber ist es gleichzeitig eine Gelegenheit, früh zu zeigen, dass der Neustart unter Rapp mehr ist als ein bloßer Wechsel auf dem Trainerstuhl.

St. Pauli startet mit neuem Kurs

Am Millerntor hat mit dem Trainerwechsel auch ein neuer Zyklus begonnen. Nach zwei Jahren Bundesliga kehrt St. Pauli in die 2. Bundesliga zurück und geht mit einem kleineren, noch nicht komplett fertigen Kader in die Saison. Schon im Sommer war klar, dass der Umbruch groß ausfallen würde. Mehrere Spieler haben den Club verlassen, dazu kamen bislang nur wenige Zugänge.

Rapp selbst setzt auf einen anderen Ton als sein Vorgänger. Der Trainer steht für einen strukturierten, flexiblen Fußball mit Dreierkette, aktiven Schienenspielern und viel Arbeit gegen den Ball. Gleichzeitig betont er die einfach klingenden Grundlagen, die auf dem Platz doch den Unterschied machen sollen: Laufen, kämpfen, Leidenschaft. Genau daran wird sich St. Pauli in den ersten Wochen messen lassen müssen.

Dass die Aufgabe nicht klein ist, zeigte sich schon in der Vorbereitung. Der Club musste nach dem Abstieg viele offene Fragen sortieren und zugleich die neue Liga annehmen. In der 2. Bundesliga ist St. Pauli nicht mehr Außenseiter, sondern ein Team mit Anspruch. Das verändert die Erwartungen auf Anhieb spürbar.

Kiel gegen St. Pauli: mehr als nur der zweite Spieltag

Der Anstoß ist für 18:30 Uhr angesetzt. Damit gehört das Nordduell zu den frühen Höhepunkten des zweiten Spieltags. Schon bei der Terminierung war klar, dass die Partie in der Region eine besondere Aufmerksamkeit bekommt. Schließlich treffen zwei Vereine aufeinander, die sich in den vergangenen Jahren mehrfach auf engem Raum begegnet sind und deren Duelle längst einen eigenen Reiz haben.

Die sportliche Ausgangslage ist ebenfalls interessant. St. Pauli kommt als Bundesliga-Absteiger zurück, Holstein Kiel als direkter Nachbar im Norden mit eigener Aufstiegserfahrung im Gepäck. Das macht aus dem Spiel keinen Pflichttermin wie jeden anderen. Beide Seiten kennen die Bedeutung solcher Abende, in denen nicht nur Punkte, sondern auch Selbstvertrauen und Stimmung für die kommenden Wochen auf dem Spiel stehen.

Für Rapp ist das Wiedersehen dabei mehr als ein kurzer Abstecher. Er trifft auf den Klub, den er geprägt und aus dem Oberhaus geführt hat. Gleichzeitig steht er nun auf der anderen Seite und muss mit St. Pauli zeigen, dass der Umbruch am Millerntor schnell greift. Genau darin liegt die eigentliche Spannung dieser Begegnung.

Worauf Fans jetzt schauen

Im Fokus steht zuerst die Frage, wie St. Pauli in der neuen Rolle auftritt. Wirkt die Mannschaft schon eingespielt? Funktioniert der neue Ansatz des Trainers? Und wie stabil ist der Kader nach dem Sommerumbruch schon? Antworten darauf liefert nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Auftritt in Kiel.

Das Nordduell ist damit ein früher Prüfstein, aber kein Endpunkt. Es zeigt vielmehr, ob der neue Weg bereits trägt oder noch Geduld verlangt. Für die Fans ist genau das der Reiz: ein Spiel mit Geschichte, mit frischer Energie und mit der offenen Frage, wie viel vom geplanten Neustart schon auf dem Rasen zu sehen ist.

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