Japans Top-Schiris kommen wieder nach Deutschland
Der Austausch zwischen Deutschland und Japan geht weiter: Zwei FIFA-Referees aus Japan sammeln in diesen Tagen Erfahrungen bei Spielen in Deutschland und auf dem DFB-Campus. Gleichzeitig reist wieder deutsches Schiri-Know-how nach Fernost.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wettbewerb: Bundesliga
- Runde: 4. Spieltag
- Ergebnis: 14:09
Der deutsch-japanische Schiri-Austausch nimmt erneut Fahrt auf. In diesen Tagen sind mit Ryo Tanimoto und Koji Takasaki zwei japanische FIFA-Referees in Deutschland angekommen, um ihre nächsten Einsätze im hiesigen Spielbetrieb vorzubereiten und zu absolvieren. Beide gehören in ihrer Heimat zu den Toptalenten und sollen nach dem Auftakt im Allgäu nun auch auf dem DFB-Campus weiterarbeiten, bevor Spiele in der Regionalliga und später in der 3. Liga folgen.
Zwei Talente aus Japan starten ihr Programm in Deutschland
Für Tanimoto und Takasaki begann die Reise mit dem Sommer-Trainingslager der Bundesliga-Schiedsrichter im Allgäu. Danach geht es für einige Tage nach Frankfurt, wo auf dem DFB-Campus trainiert wird und die Vorbereitung auf die angesetzten Partien im Mittelpunkt steht. Geplant ist zunächst je zwei Spiele in der Regionalliga Nord und ein Einsatz in der Regionalliga Bayern. In der 3. Liga sind beide dann am 3. und 4. Spieltag vorgesehen.
Dass dieser Weg nicht bei einer einmaligen Hospitation stehen bleibt, zeigt die Entwicklung der Partnerschaft deutlich. Der Austausch zwischen dem Japanischen Fußball-Verband und der DFB Schiri GmbH wird fortgesetzt, nachdem die Zusammenarbeit vor fast drei Jahren auf Initiative der Japaner entstanden war. Das gemeinsame Ziel bleibt unverändert: voneinander lernen und internationale Erfahrungen sammeln.
Für Fans ist das vor allem deshalb spannend, weil es nicht um ein symbolisches Besuchsprogramm geht, sondern um echte Spiele unter Wettbewerbsbedingungen. Genau dort entstehen für Schiris die Bilder, Entscheidungen und Automatismen, die später den Unterschied machen können. Wenn ein Referee in einer fremden Fußballkultur unter Druck pfeift, gewinnt er Eindrücke, die in keiner Theoriestunde nachzustellen sind. Das macht den Austausch über Grenzen hinweg so wertvoll.
Warum der Austausch beide Seiten weiterbringt
Die jüngste Runde folgt einem klaren Muster, das in den vergangenen Jahren gewachsen ist. In der vergangenen Saison leiteten die japanischen FIFA-Referees Koki Nagamine und Yusuke Ohashi insgesamt acht Begegnungen in der Regionalliga Bayern und in der 3. Liga. Zuvor waren bereits Sascha Stegemann 2024 sowie Florian Badstübner und Martin Petersen im vergangenen Jahr in Japan im Einsatz. Jetzt geht der Gegenbesuch erneut in die andere Richtung.
Gerade diese beidseitige Bewegung macht das Format aus. Es geht nicht nur darum, dass Gäste Spiele pfeifen oder Trainings beobachten. Ebenso wichtig ist, dass beide Verbände in Kontakt bleiben und sich gegenseitig Einblicke in Arbeitsweise, Spielleitung und Vorbereitung geben. Die DFB Schiri GmbH spricht in diesem Zusammenhang von einem aktiven Austausch, der auch die Möglichkeit eröffnet, in eine andere Kultur einzutauchen.
Dass dieser Austausch nicht nach dem Kalender eines einzelnen Sommers endet, ist für den Fußball ein gutes Zeichen. Es entstehen Kontakte, die über einzelne Spiele hinausreichen, und genau das verleiht dem Projekt Substanz. Für die Schiedsrichter bedeutet das mehr als nur Reisen: Es ist eine Fortsetzung von Lernprozessen unter echten Bedingungen, mit Publikum, Tempo und Erwartungsdruck.
Auch deutsches Schiri-Wissen reist wieder nach Ostasien
Die Zusammenarbeit läuft nicht nur in eine Richtung. Gleichzeitig sind mit Dr. Florian Exner und Harm Osmers wieder zwei deutsche Unparteiische nach Ostasien aufgebrochen. Beide werden in den kommenden drei Wochen in der J-League zum Einsatz kommen. Für einen Teil des Zeitraums begleitet sie zudem Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH.
Kircher ordnet den aktuellen Schritt als erneuten Austausch ein und freut sich zugleich darüber, dass Exner und Osmers über die Spiele auch eine andere Kultur kennenlernen können. Genau darin liegt der besondere Reiz der Partnerschaft: Es geht um praktische Erfahrung auf dem Platz und um Eindrücke abseits des Rasens, die den Blick auf den Fußball erweitern.
Die Bundesliga- und Nachwuchs-Schiris bekommen damit einen Rahmen, der im Alltag selten ist. Während die einen in Deutschland auf regionaler und überregionaler Ebene pfeifen, sammeln die anderen auf der großen Bühne in Japan Eindrücke unter anderen Rahmenbedingungen. So bleibt der Austausch lebendig und für beide Seiten anschlussfähig.
Was Fans davon mitnehmen können
Für Anhänger des Spiels ist der Fall ein guter Blick hinter die Kulissen. Schiedsrichterarbeit wirkt oft dann am deutlichsten, wenn sie diskutiert wird. Im Hintergrund laufen aber längst Prozesse, die auf Ausbildung, Vergleich und gegenseitigem Lernen setzen. Genau dort setzt der deutsch-japanische Austausch an und macht deutlich, wie international moderner Fußball längst funktioniert.
Die nächsten Wochen zeigen nun, wie sich die japanischen Referees in Deutschland schlagen und welche Eindrücke die deutschen Kollegen aus Japan mitbringen. Spiele in Regionalliga und 3. Liga bieten dafür einen sportlich realen Rahmen. Für alle, die Schiri-Arbeit nicht nur aus dem Videobeweis-Argument kennen, ist das ein spannender Ansatz: Hier wird an der Basis eines Spiels gearbeitet, das längst über Landesgrenzen hinaus vernetzt ist.
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