Essen schlägt Havelse nach Torfestival und bleibt oben dran
Rot-Weiss Essen setzt sich im Heimspiel gegen den TSV Havelse mit 4:1 durch. Marek Janssen trifft dreifach, dazu kommt ein Tor von Torben Müsel trotz Unterzahl.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ergebnis: 4:1
Rot-Weiss Essen hat im Heimspiel gegen den TSV Havelse ein wildes Drittligaduell für sich entschieden und den eigenen Fans an der Hafenstraße einen Abend mit reichlich Toren, Tempo und Spannung beschert. Beim 4:1-Erfolg stand vor allem ein Name im Mittelpunkt: Marek Janssen. Der Stürmer traf dreimal und prägte das Spiel damit fast im Alleingang. Auch in Unterzahl ließ sich Essen nicht aus dem Konzept bringen und brachte den Sieg am Ende souverän über die Linie.
Früher Schlagabtausch mit vielen Chancen
Schon in der ersten Halbzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften schnell zu Möglichkeiten kamen. Havelse meldete sich früh mit dem ersten Abschluss, doch auch Essen suchte sofort den Weg nach vorn und kam durch Janssen zu gefährlichen Aktionen. Der Treffer fiel dann nach einer Ecke, als Kaito Mizuta den Ball scharf in den Fünfmeterraum brachte und Janssen per Kopf das 1:0 markierte. Nur zwei Minuten später legte der Essener Angreifer nach, nachdem er nach einem Zuspiel von Torben Müsel frei durch war, Opitz umkurvte und zum 2:0 einschob.
Die Partie blieb aber keineswegs einseitig. Havelse arbeitete sich immer wieder in gefährliche Räume und wurde vor der Pause belohnt. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zirkelte Arlind Rexhepi einen Freistoß aus 17 Metern sehenswert in den linken Winkel und stellte auf 2:1. Damit war zur Pause wieder alles offen, obwohl Essen zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere große Chancen liegen gelassen hatte und den Gegner lange unter Druck setzte.
Janssen macht nach dem Wechsel den Unterschied
Nach dem Seitenwechsel knüpfte Essen direkt an die offensive Wucht aus der Anfangsphase an. Nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff schnürte Janssen seinen Dreierpack. Wieder war der Angriff sauber ausgespielt: Jannik Hofmann brachte den Ball scharf an den zweiten Pfosten, wo Janssen richtig stand und zum 3:1 einschob. Für Havelse war das ein empfindlicher Treffer, weil der Anschluss damit wieder zwei Tore entfernt lag und Essen die Partie nun klar in der Hand hatte.
Der Stürmer hätte kurz darauf beinahe sogar noch weiter erhöht. In der 54. Minute verfehlte er das Tor nur knapp. Direkt danach folgte allerdings der Rückschlag für Essen: Jannik Hofmann sah nach einem harten Zweikampf im Mittelfeld die Rote Karte. Damit musste der Gastgeber einen langen Abschnitt in Unterzahl bestreiten. Dass der Spielfluss dadurch nicht komplett kippte, spricht für die Essener Ordnung und für die Effektivität, mit der die Mannschaft ihre Aktionen bis dahin genutzt hatte.
Auch in Unterzahl bleibt Essen stabil
Havelse versuchte in Überzahl, mehr Kontrolle zu bekommen, doch Essen ließ sich nicht auseinanderziehen. Statt hektisch zu werden, lauerte die Mannschaft auf Umschaltsituationen und schlug ein weiteres Mal zu. Über Mizuta lief der Konter nach rechts in den Strafraum, dort legte der flinke Angreifer auf Müsel ab, der sich den Moment ruhig zurechtlegte und den Ball durch mehrere Beine hindurch zum 4:1 ins Tor schob. Dieser Treffer nahm Havelse endgültig die Hoffnung auf einen späten Umschwung.
Danach wurde das Spiel ruhiger. Essen zog sich zurück, verteidigte die Räume diszipliniert und ließ Havelse kaum noch in gefährliche Abschlusssituationen kommen. Ein Distanzschuss von Düker wurde von Jakob Golz pariert, und auch in der Schlussphase fand der Gast keinen Weg mehr zurück in die Partie. Die letzte klare Gelegenheit gehörte erneut Rexhepi, der in der 90. Minute nur die Latte traf. Für Essen blieb es beim klaren und verdienten Heimsieg.
Wichtiger Schritt in der jungen Saison
Der Erfolg bringt Rot-Weiss Essen früh in der Saison ein gutes Gefühl und bestätigt die offensive Durchschlagskraft, die schon in diesem Spiel sichtbar wurde. Mit dem Sieg bleibt der Klub in der Spitzengruppe der 3. Liga dran und sammelt nicht nur Punkte, sondern auch Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Für Havelse war es dagegen ein Nachmittag mit vielen Gegentoren und zu wenig Ertrag trotz eigener Phasen mit Druck und Mut nach vorn.
Für die Fans an der Hafenstraße ist besonders wichtig, dass Essen nicht nur vorne gefährlich war, sondern auch auf Rückschläge reagierte. Der Ausgleich kurz vor der Pause, die Unterzahl nach der Roten Karte und die wiederholten Offensivaktionen hätten leicht Unruhe stiften können. Stattdessen blieb die Mannschaft klar im Kopf und nutzte die Chancen, die sich boten. Gerade in einer langen Drittligasaison sind solche Abende oft mehr wert als ein einfacher Dreier: Sie zeigen, dass eine Mannschaft auch in wechselhaften Spielphasen Lösungen findet.
Mit Blick auf die nächsten Aufgaben darf Essen vor allem mitnehmen, dass die Offensive früh Torgefahr entwickelte und auch nach dem Platzverweis nicht den Faden verlor. Die Partie gegen Havelse war ein Beispiel dafür, wie ein Heimteam ein torreiches Spiel über weite Strecken kontrollieren kann, ohne dabei den Kampf zu scheuen. Für die Fans bleibt vor allem die Gewissheit: Dieses Heimspiel hatte alles, was den Drittligafußball an der Hafenstraße so lebendig macht.
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